1919 bis 1945

1919
übernimmt Frau Hammerich den Handarbeitsunterricht in der Schule. Diese Tätigkeit übt sie bis 1939 aus.

1921
wird Rickert an die Stromversorgung angeschlossen.

Das Dorf bekommt eine elektrische Dreschanlage.

Im gleichen Jahr wird die Spar- und Darlehnskasse Rickert gegründet.

1922
wird das alte Wohnhaus auf der Schanz (69) nach einem Brand abgerissen. Damit verschwindet das letzte Haus in Rickert, in dem noch über offenem Feuer gekocht wird.

1923
Höhepunkt der Inflation: 1 Dollar = 4,2 Billionen Papiergeld.

1925
gründet Robert Haak sein Terrazzo-Geschäft bei Sievers (92) auf der Burg. Im gleichen Jahr verlegt er seinen Betrieb in die Kate von Drews (30). 1927 zieht er in sein eigenes Haus (16) in der Dorfstraße. Seit 1952 befindet sich der Betrieb in Büdelsdorf.

1925
beschließt der Gemeinderat, für einen toten Sperling 5 Pf, für eine tote Kreuzotter 50 Pf Prämie zu zahlen. Diese Aktion wird auch in anderen Dörfern durchgeführt.

1926
werden die ersten Rundfunkgeräte in Rickert bei den Landwirten Hans Sievers (26), Jürgen Näve (76) und bei dem Bauunternehmer Claus Peters (91) in Betrieb genommen.

1929
stellt Büdelsdorf den Antrag zur Eingemeindung von Rickert-Kamp. Die Gemeinde Rickert lehnt ab.
 
Robert Haak schafft für seinen Betrieb einen kleinen LKW an. Dieser Ford ist das erste Auto in Rickert.

1932
gründet Wilhelm Karl Schröder (50) sein Baugeschäft.

1933
werden die Feuerlöschteiche am Karkhoff (Ehrenmal), am Soll und an der Schmiede (Schmiedeplatz, heute Standort des Maibaums) durch den Freiwilligen Arbeitsdienst ausgebaut. Aus heutiger Sicht eine Art ABM (Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme). Am Soll erinnert noch heute ein Gedenkstein an den Arbeitsdienst.

1934
wird die Freiwillige Feuerwehr Rickert gegründet.

1937
unternimmt die Gemeinde Büdelsdorf einen weiteren Versuch, die Enklave Kamp einzugemeinden. Man wird sich aber auch diesmal nicht einig.

Robert Haak fährt den ersten Pkw in Rickert, ein Fahrzeug der Firma Hansa.

1939 - 1945
Der Zweite Weltkrieg forderte auch in Rickert seine Opfer. 18 Einheimische kehrten aus dem Krieg nicht wieder zurück. Die Heimatvertriebenen, die 1951 noch in Rickert ansässig waren, hatten 66 Angehörige zu beklagen, die gefallen, verschleppt, auf der Flucht verstorben oder ermordet worden waren.

1940
wird in der Gastwirtschaft Peters (Lindenkrog) ein Lager für die Kriegsgefangenen eingerichtet. Diese arbeiten auf den Höfen und müssen die Arbeitskraft der eingezogenen Männer ersetzen.

1943
treffen die ersten Evakuierten aus Hamburg in Rickert ein.

1944
werden vier sogenannte Behelfsheime geplant. Es wird aber nur eines gebaut und zwar das auf dem Grundstück Sievers am Duvenstedter Weg 4. Das Behelfsheim wird um 1975 von dem Erwerber des Besitzes abgetragen, um darauf das jetzige Wohnhaus (73) zu errichten.

1945
beginnt in den ersten Monaten des Jahres der Zustrom der Flüchtlinge aus dem Osten. Die Einwohnerzahl verdoppelt sich. Jeder freie Raum wird belegt, auch der Schulraum. Man muss sehr zusammen rücken, um alle unterbringen zu können. In den folgenden Jahren werden zwar viele Familien in andere deutsche Länder umgesiedelt, aber einige bleiben auch in Rickert und gründen sich hier eine neue Existenz. Ein Teil der Kastanienallee, von Drews Eck bis Peters, wird zwecks Brennholzbeschaffung abgeholzt.
 
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